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Mit den Sternen am Himmel auch im Dunkeln sehen

Jubiläum: 25 Jahre Verein Selbsthilfe bei Depressionen - Festakt mit Liedermacher Manfred Fuchs und Margit Weiner im Martinushaus

ASCHAFFENBURG: Mit einem Konzert des Liedermachers Manfred Fuchs und seiner Begleiterin Margit Weiner hat der Aschaffenburger Verein Selbsthilfe bei Depressionen sein 25-jähriges Bestehen gefeiert. Harald Diller erhielt in dem Festakt im Martinushaus für seine 25-jährige Vorstandstätigkeit eine Ehrenurkunde.
Im ersten Vierteljahrhundert seines Bestehens hat der Verein trotz schwieriger finanzieller Bedingungen und weitgehend ohne Fachkräfte 2400 Menschen betreut. Unter dem Motto "Hilfe zur Selbsthilfe in Gesprächen" gelang es den ehrenamtlichen Mitarbeitern während dieser Zeit, seelisch gestörten Männern und Frauen ihr Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl sowie ihren Willen zum Leben wiederzugeben. Die Schirmherrschaft über die Jubiläumsveranstaltung hatte Oberbürgermeister Klaus Herzog übernommen, der sich auch gemeinsam mit Bürgermeister Werner Elsässer bereit erklärte, der Selbsthilfeorganisation unter die Arme zu greifen. Gegenwärtig sind es nur noch rund 100 Vereinsmitglieder, die um die Gefährlichkeit dieser häufig sogar selbstzerstörerischen Krankheit wissen und in zahlreichen Selbsthilfegruppen unermüdlich depressiven Zeitgenossen Hilfe anbieten.

Texte voller Hoffnung

Den musikalischen Teil des Jubiläums bestritt der Liedermacher Manfred Fuchs mit Begleiterin Margit Weiner. In seinen Texten ist von Hoffnung, Liebe und Gottvertrauen die Rede. Er sang von Menschen, die sich einsam und von ihren Bedürfnissen abgeschnitten und kaum noch mit ihrer Persönlichkeit identisch fühlen. Es waren Impressionen, Träume und Wunschbilder, denen Fuchs nachhing.

"Mit dem Herzen sehen lernen"

Er sang von farbenfrohen Blumen, die nach dem weiterziehenden Sturm schön bleiben sollten. Dazu aber bedürfe es der Liebe. Seine Aufforderung: Man müsse mit dem Herzen sehen, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar. Dafür braucht man aber die Stille. "Erst dann kannst du die Liebe fühlen und begreifen, dann weißt du, wer du wirklich bist."
Margit Weiner erinnerte an eine alte Schamanen-Weisheit anlässlich von 36 Grad gemessener Wärme in Grönland, nach der die Polkappen abschmelzen, wenn die Herzen der Menschen einfrieren.
Ärzte befürchten andererseits eine besorgniserregende Zunahme der Depression bis zum Jahr 2020, welche das Zusammenleben der Menschen weltweit auf das Stärkste beeinträchtigen werde.
Der Friedenswunsch des Sängers artikulierte sich in den Worten "Wenn kein Krieg mehr wäre und die Sucht nach Reichtum verginge, wird das Leiden zu Ende gehen, das uns trennt."
Ermutigend fährt Fuchs fort: "Lass' den Kopf nicht hängen, du wirst weitergehen. Mit den Sternen am Himmel kannst du auch im Dunkeln sehen." Für ihn ist die innere Freiheit das größte Glück. "Mein Herz muss wandern, ich lasse Sorg und Leid zurück."
Spirituelle Tiefe erhielt der Jubiläumsabend durch das Hohelied der Liebe aus dem Korintherbrief des Apostels Paulus, das Margit Weiner vortrug und das mit den Worten endet: "Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei. Aber die Liebe ist die größte unter ihnen.
Jeder Mensch sucht ein Stück Liebe und Geborgenheit, meint auch Liedermacher Fuchs. Er weist auf deren Notwendigkeit mit den Versen hin: "Wenn ich lerne mit dem Herzen zu schauen, führt der Weg ins Licht. Liebe, du bist wie der Regen, der die Wüste weckt. Du bist meine Kraft, meine Energie, bist mein Lebenssaft, halt mich fest, lass micht nicht los."

(Main-Echo vom 19.5.2009)